Wolle mochte er schon immer

Am Sonntag, den 10.7., kickte man das Spiel des Jahres. Heute gab es einen unverbindlichen Umtrunk.
Ist das der Start einer Serie der schönen Dinge…er weiß es nicht.
Dennoch war es schön. Und gut. Und absolut in Ordnung.
Gestern noch der Mayer des Tages, heute noch nachträglich der Mayer des Jahres.
Und das kommt noch vom Freund des Tages, mit den Freunden das Jahres.
In Zeiten von Beerdigungen, Examensprüfung, der üblichen Prokrastination (auch wenn diese stark abgenommen zu haben scheint) und wundersamen Nachtgeschichten, freut er sich umso mehr, wenn es zu einem ungenierten, vernünftigen Abendmahl unter Gesinnten kommt.
Schließlich war es S.W., dem auffiel, dass ein solches Zusammenkommen, in einer ebenwürdig erfreulichen Facette schon lange hergewesen sei.
Es war gut und in Ordnung. Und da gibt er ihm recht. S.W. mochte er schon lange. Auch Rebelander, nach dem Mankells Wallander benannt wurde, war natürlich dabei. Ein Mann, der es wie kein Anderer versteht, Lleida zu durchschauen und zu leben. Denn diese Stadt ist ganz schön groß für seine 130,000 Einwohner. Rebelauski kennt diese Stadt nackt, kann man fast sagen. Und noch ein weiterer Zeitgenosse war sich heute nicht zu schade, in einem dem Ludwigshafener Allegro sehr ähnlichen Ambiente seine Biere oder gar Schorle zu trinken und, wenn es sein musste, auch mal eine Zigarette zu verdrücken. Sein Name wird kein zweites Mal genannt, aber er mochte ihn schon immer. Es sollte allerdings vorausgeschickt werden, dass das Wort „immer“ nicht jedes Mal eine Zeitspanne meint, die seit Anbeginn der Zeit berechnet wird.

Nicht immer zeichnen sich gute Freunde in schlechten Tagen ab. Eigentlich sind sie diejenigen, mit denen man gute Stunden verlebt. Ein heimlicher Optimist, der gelegentlich den Depressionen verfiel, sagte einst, ein guter Freund müsse dich im Tal der Tränen stets besuchen, pflegen und bei Bedarf ver- oder entsorgen.
Aber am Beginn einer Karriere der guten Freundschaft stehen die schönen Stunden, die schönen Nächte. Die sind feucht, die sind fröhlich, die sind trocken und ehrlich.
Genauso verhält es sich auch bei den Felsen, der Ludwigshafener Schockband.
Richtig ist, was nicht immer ist. Und falsch ist, wozu jeder Mensch ebenfalls in der Lage ist.
Es soll kompliziert klingen, so scheint es ja auch Tag für Tag.

Aber am Ende stehen im Buch der vergangenen Jugend die feuchten Abende, an denen trotzdem gelacht wurde, an denen man vergisst, dass man mal alleine war, nach denen man sich mit Restflüssigkeit fragt, wie es so weit kommen konnte, ohne dieser Frage ernsthaft nachzugehen.

„Die Folter endet nie, doch unser Schmerz verschwindet“
(wahrscheinlich Dirk von Lowtzow)

Viele Grüße
euer Er

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